Unter umfassender MINT-Bildung verstehen wir bei der Deutsche Telekom Stiftung auch den souveränen Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). 2025 haben wir einige neue Aktivitäten zu diesem Thema angestoßen und bereits bestehende Projekte weiterentwickelt. Drei Vorhaben, den KI-Schulpreis, die KI-gestützte Lerndiagnostik und den Trendmonitor KI in der Bildung, beleuchten wir im Schwerpunkt ausführlicher. Wie gewohnt gibt die Publikation außerdem Aufschluss darüber, was wir im vergangenen Jahr insgesamt bewirkt haben.
Grußworte
Einfach mal machen?!
Das Wort „machen“ ist eines meiner Lieblingsverben. Wahrscheinlich, weil es immer etwas mit Bewegung, mit aktiv sein zu tun hat und oft auch damit, dass ein Zustand sich ändert. Bei der Deutschen Telekom kommen wir voran, …
… weil wir machen. Und das gilt auch für unsere Stiftung. Hier wird unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Thomas de Maizière und des Geschäftsführers Jacob Chammon viel gemacht, wenn es um die Veränderung unseres Bildungssystems geht.
Dass Veränderungen notwendig sind, steht außer Frage. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz fordern an vielen Stellen ein Umdenken und neue Rahmenbedingungen. Ich denke dabei an die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften, den Unterricht, die Art, wie Leistungen geprüft werden, aber auch daran, wie wir Daten nutzen können, um die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Allerdings: In den vielen Jahren als Vorsitzender des Kuratoriums der Telekom-Stiftung habe ich gelernt, wie komplex das Bildungssystem ist und dass an vielen Stellen ein „Einfach mal machen“ leichter gesagt als getan ist.
Ich bin daher umso stolzer darauf, dass es dem Team der Telekom-Stiftung immer wieder gelingt, dem Bildungssystem entscheidende Impulse zu geben und Veränderungen in Gang zu bringen – auch wenn das oft bedeutet, sich an ganz dicke Bretter heranzuwagen. Stichwort Lehrkräftearbeitszeit: Da hat die Stiftung eines der heißesten Eisen in der Bildungslandschaft angepackt und ein seit 150 (!) Jahren geltendes Modell infrage gestellt. Das Ziel dabei: die „versteckte“ Arbeit von Lehrkräften außerhalb des Unterrichts – also zum Beispiel Korrekturen, Elterngespräche oder Verwaltungsaufgaben – sicht- und dadurch besser planbar zu machen. Für dieses Anliegen hat die Stiftung nicht nur offene Ohren, sondern auch Mitstreiter gefunden. Seit letztem Jahr arbeitet sie nun – gemeinsam mit Politik und Praxis – daran, die Arbeitszeitorganisation an Schulen entscheidend zu verändern und zukunftsfähig zu machen. Geht doch!
Auch beim Thema Künstliche Intelligenz beweist die Stiftung immer wieder Macherqualitäten. Dass in der Technologie eine Riesenchance für eine veränderte, individuelle und gerechtere Bildung steckt, haben die Verantwortlichen früh erkannt und erste Projekte umgesetzt, in denen es darum ging, die Lehrkräfte beim Aufbau von KI-Kompetenzen zu unterstützen. Ein kluger Schachzug, wie ich finde, denn ohne kompetente Lehrkräfte keine kompetenten Schülerinnen und Schüler. Im vergangenen und im laufenden Jahr sind weitere Vorhaben rund um KI dazugekommen und die Stiftung ist damit jetzt in diesem Feld einer der führenden Akteur*innen in der Stiftungslandschaft. Das ist gut so, denn Machen ist hier das Gebot der Stunde. Die KI entwickelt sich so dynamisch, dass wir uns im Sinne unserer Kinder und Jugendlichen ein Abwarten oder Zögern nicht leisten können.
Im Kuratorium diskutieren wir regelmäßig intensiv darüber, was die Telekom-Stiftung macht und erreicht. Das ist immer wieder beeindruckend und ich bin sehr zuversichtlich, dass das auch 2026 so bleibt. Das motivierte Team wird nicht nachlassen, wenn es darum geht, die Bildungschancen junger Menschen in Deutschland spürbar zu verbessern. Dafür danken wir herzlich.
Timotheus Höttges
Bonn, im April 2026
Immer und überall
Künstliche Intelligenz – dieser Begriff ist inzwischen allgegenwärtig. Es gibt kaum eine Branche, in der die Technologie keine Rolle spielt. Das gilt auch für die Bildungslandschaft. Kein Wunder also, …
… dass Künstliche Intelligenz – oder kurz KI – für uns bei der Telekom-Stiftung 2025 eine Art “Wort des Jahres” war. Viele unserer Aktivitäten drehten sich im vergangenen Jahr um die Chancen und Risiken von KI beim Einsatz in den Schulen.
Da wo bei der Telekom-Stiftung KI draufsteht oder auch drin ist, ist eins immer klar: Der Mensch steht im Mittelpunkt. Heißt also: Die Technologie unterstützt den Menschen und ersetzt ihn nicht. In unserem Bildungskontext bedeutet das dann zum Beispiel, dass die Lehrkraft das Heft des Handelns in der Hand behält, wenn es um die Einbindung von KI-Technologien in den Unterricht geht. Und es bedeutet auch, dass wir die Kinder und Jugendlichen zu kritischen Denkern machen, die nicht einfach das übernehmen, was ein Chatbot ihnen für die Hausaufgaben ausspuckt.
2025 haben wir gleich zwei neue KI-Projekte an den Start gebracht: den KI-Schulpreis, eine Kooperation mit der Dieter Schwarz Stiftung und dem Land der Ideen, und den Trendmonitor KI in der Bildung, eine Untersuchung, die das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das mmb-Institut künftig jährlich für uns erarbeiten. Beide Projekte sind auf sehr großes öffentliches Interesse gestoßen, unter anderem deswegen, weil es sie so bislang in der Landschaft nicht gab. Detaillierte Informationen zu Zielen und Wirkweise der neuen Vorhaben finden Sie in diesem Bericht.
Bei allen unseren Aktivitäten und auch beim Blick in die Bildungslandschaft ist ganz klar: Die Entwicklung von KI ist extrem dynamisch und alle Akteure müssen sich anstrengen, um hier mithalten zu können. Es braucht rasch gute Grundlagen für die Kinder und Jugendlichen, aber auch für Lehrkräfte, Schulleitungen und Entscheider in Politik und Verwaltung. Das heißt für uns bei der Telekom-Stiftung aber nicht, Studien, Konzepte und Materialien „mit heißer Nadel zu stricken“, um Grundlagen für das Lehren und Lernen mit und über KI möglichst schnell zur Verfügung stellen zu können. Wir im Vorstand und auch das engagierte Stiftungsteam unter Leitung von Jacob Chammon legen weiterhin viel Wert auf evidenzbasiertes Arbeiten und die höchstmögliche Qualität unserer Angebote.
Stichwort Qualität: Die beiden neuen Vorhaben haben uns gezeigt, dass es in Deutschland schon viele gute Ansätze rund um KI in der Bildung gibt – in den Schulen, aber auch in der Landschaft allgemein. Diese Ansätze und weitere wirkungsvolle Praxisbeispiele zu unterstützen und zu verbreiten – dafür wird sich die Telekom-Stiftung auch 2026 einsetzen, immer mit dem Ziel, dass möglichst alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland im Laufe ihrer Bildungskarrieren gute KI-Kompetenzen erwerben.
Dr. Thomas de Maizière
Prof. Dr. Ulrike Cress
Dr. Christian Illek
Bonn, im April 2026
Unser Jahr im Überblick
Daten & Fakten des Jahres
„Enorm ermutigend“: Geschäftsführer Jacob Chammon blickt im Videogrußwort auf ein erfolgreiches Stiftungsjahr zurück. (4:07 min)
Wir entwickeln neue Wege für die MINT-Bildung
Das Lehren, Lernen und Prüfen von MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) an deutschen Schulen muss besser werden, denn die Herausforderungen in diesem Feld sind groß: Zu viele Schüler*innen erreichen die Grundkompetenzen in MINT nicht mehr in ausreichendem Maße. Auch der Fachkräftemangel im MINT-Bereich nimmt weiter zu. Unser Ansatz ist es, neue Wege für das Lehren und Lernen von MINT gehen – dazu gehört für uns auch zwingend eine neue Prüfungskultur.
In diesem Handlungsfeld entwickeln wir daher gemeinsam mit Partner*innen innovative Konzepte und Materialien, die die MINT-Bildung offener, ansprechender und wirkungsvoller machen. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Entwicklung der Digitalität an Schulen und auf die daten- und KI-gestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung.
Data Science
Wie funktionieren unsere datengetriebenen Technologien? Wofür und wie lassen sich Daten nutzen? Im Projekt Data Science in der Schule hat die Universität Paderborn mit Schulen Unterrichtsmaterialien und Fortbildungsmodule entwickelt, die Lehrkräften und Schüler*innen den Umgang mit Daten und KI näherbringen – deutschlandweit und auch international.
Dauer
2018 bis 2026
Budget
2 Millionen Euro
Projektleitung
Thomas Schmitt
Das Jahr 2025 stand für das Projekt ganz im Zeichen von internationaler Vernetzung und Fortbildung. Zu Jahresbeginn fand in Salzburg das weltweit erste „Symposium on Integrating AI and Data Science into School Education Across Disciplines“ statt – konzipiert und durchgeführt von der Data-Science-Projektpartnerin der Universität Paderborn. Gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gab es im Herbst zudem mehrwöchige Besuche bei und von der University of Auckland in Neuseeland. Gemeinsam entwickelten, forschten und publizierten Wissenschaftler*innen dabei zu Lernumgebungen und Unterrichtssequenzen im Bereich Big Data und Data Science.
Mit bestehenden Fortbildungsmodulen erreichte das Projekt 2025 weitere 150 Lehrkräfte und über das digitale Schulbuch inf-schule.de wurde das Unterrichtsmaterial zu den im Projekt entwickelten Datenkarten mittlerweile 200.000-mal abgerufen. Darüber hinaus konzipierte die Universität Paderborn eine E-Fortbildung zum Unterrichten von KI in der Sekundarstufe. Der Kurs wurde 2025 zweimal deutschlandweit angeboten, auch in Zusammenarbeit mit den Ländern Bremen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. Nach dem Vorbild des Konzepts sollen weitere E-Fortbildungsangebote entstehen.
Deeper Learning
Das Projekt Deeper Learning fördert Unterricht, bei dem Schüler*innen, Projekte und Teamarbeit im Fokus stehen. Die Telekom-Stiftung hat das aus den USA stammende Konzept für Deutschland mit Pilotschulen erprobt und engagiert sich jetzt in einer dritten Projektphase dafür, den Deeper Learning-Ansatz zu verbreiten und zu verankern.
Dauer
2020 bis 2028
Budget
836.000 Euro
Projektleitung
Sandra Heidemann
Die dritte Phase des Vorhabens Deeper Learning begann im Sommer 2025. Zuvor war das schülerzentrierte, projekt- und gruppenorientierte Lernen mit einem Netzwerk aus 16 Schulen erprobt worden. Dann ging es darum, die Methode weiter an diesen Schulen zu verankern und in deren eigenen Netzwerken zu verbreiten.
Die Deeper Learning-Fachtagung Mitte November 2025 in Berlin markierte das Ende der zweiten und den Beginn der dritten Projektphase. In Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung lud die Telekom-Stiftung unter dem Motto „Lernende stärken, Schule gestalten, Wirkung entfalten“ rund 120 Vertreter*innen der beteiligten Schulen, aber auch der Schuladministration und der Landesinstitute für Lehrkräftebildung ein, um Deeper Learning insbesondere mit Blick auf selbstreguliertes Lernen zu diskutieren.
Im vergangenen Jahr wurde zudem die Toolbox, die hier zur Verfügung steht, erweitert. Die Toolbox ist eine Sammlung von Materialien und Videosequenzen, die im Projekt erarbeitet wurden und kostenlos zur Verfügung stehen. Dabei geht es vor allem um Informationen dazu, wie die Methode des Deeper Learning im MINT-Unterricht eingesetzt werden kann. Zusätzlich stehen Unterrichtsmaterialien auf der Plattform „Lehrer-Online“ zur Verfügung. 2025 kamen hier die Themen „Nature of Science“ und „Körperkult und Rollenbilder“ hinzu. Weitere Unterrichtsmaterialien folgen in diesem Jahr. Zu einer weiteren bundesweiten Verbreitung des Deeper Learning-Ansatzes trägt die nächste Fachtagung im Projekt bei, die Ende November 2026 in Erfurt mit erweitertem Teilnehmerkreis stattfinden wird.
Mathe sicher können Plus
Das Projekt Mathe sicher können Plus bringt Mathe sicher können in die nächste Dimension: Durch digitale und KI-basierte Anwendungen verbindet es die bewährten Diagnose- und Fördermaterialien mit datengestützter Unterrichtsentwicklung. Drei Bundesländer beteiligen sich im Rahmen des Startchancen-Programms.
Dauer
2025 bis 2028
Budget
1,485 Millionen Euro
Projektleitung
Dr. Gerd Hanekamp
Mit Mathe sicher können Plus (MSK Plus) bekommt das etablierte Mathematik-Programm gleich drei weitere Pluspunkte. Der wohl wesentlichste: Per digitaler Diagnoseplattform erfahren Lehrkräfte leicht und zuverlässig für jeden Schüler und jede Schülerin, wo diese in ihren Kompetenzen stehen und was sie als nächstes lernen sollen. Dank so genannter Dashboards sollen sich die Diagnosedaten zudem mit allen Ebenen teilen lassen, die für lehr- und lernförderliche Strukturen zuständig sind: von Fachteam und Schulleitung bis hin zur Schulaufsicht. Die Zusammenarbeit all dieser Akteur*innen in der datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung zu fördern, ist das zweite Ziel und Plus im Erfolgsrezept von Mathe sicher können. Und als drittes Plus wird das Programm – das es bislang nur für die Klassen 3 bis 6 – auf die Klassen 7 bis 10 erweitert.
Nach inhaltlichen, technischen und rechtlichen Vorarbeiten geht das Vorhaben nun zunächst in Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in die schulische Praxis. Wissenschaftliche Kooperationspartner sind die Technische Universität Dortmund und das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF).
KI-gestützte Lerndiagnostik
Allen Schüler*innen einer Klasse individuell Rückmeldung zu jedem ihrer Texte geben? Fürs Lernen ist das hilfreich. Aber wie soll eine Lehrkraft das leisten? Wie es mithilfe von KI geht, zeigt ein KI-basiertes Assistenzsystem, das mit Unterstützung der Telekom-Stiftung vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) entwickelt wurde.
Dauer
2021 bis 2027
Budget
1,46 Millionen Euro
Projektleitung
Thomas Schmitt
2025 ist das KI-gestützte Assistenzsystem inhaltlich weiter gewachsen: Schüler*innen können aus mittlerweile acht Aufgaben wählen und ihr wissenschaftliches Schreiben und Argumentieren rund um Unterrichtsthemen wie zum Beispiel den Einsatz von Kunstdüngern und Kunststoffen trainieren. Zwei weitere Aufgaben sind in Arbeit, darunter eine zum Thema Social Media.
Das System findet mittlerweile in 100 Schulen Anwendung: 53 Schulklassen haben es im Rahmen der Praxiserprobung genutzt. Dank eines frei verfügbaren, für das Hasso-Plattner-Institut (HPI) entwickelten Online-Kurses konnten rund weitere 2.000 weitere Schüler*innen davon profitieren. Außerdem beteiligte sich das Projekt mit seinen Inhalten aus dem Projekt an einem weiteren HPI-Kurs zum Thema „Lehrkräfteprofessionalisierung für KI in Schule und Unterricht“. Dieses Angebot erreichte über 2.200 Personen.
Für 2026 sind zwei neue Kooperationen geplant: Das Medieninstitut der Länder (FWU) nimmt das Assistenzsystem in das Angebot der Plattform Adaptive Intelligent Systems (AIS) auf. Und das Unternehmen DeutschlandGPT nutzt es, um sein mit der Datenschutzgrundverordnung konformes großes Sprachmodell (Large Language Model) BildungsLLM, damit zu trainieren.
Kreativität in der Bildung
Dinge und Ideen neu kombinieren, Probleme lösen, Innovationen schaffen: Kreativität ist eine der wichtigsten Kompetenzen für das 21. Jahrhundert. Deshalb entwickelt und erprobt die Telekom-Stiftung im Projekt Kreativität in der Bildung Materialien, die das kreative Potenzial von Kindern und Jugendlichen stärken – in der Schule und auch außerhalb.
Dauer
2023 bis 2028
Budget
890.000 Euro
Projektleitung
Sandra Heidemann
Um Lehrkräfte und Schulen weiter auf dem Weg zu unterstützen, geht das Vorhaben in die Verlängerung. Bis Ende 2028 stehen viele Entwicklungsvorhaben an: MINT-Unterrichtsmaterialien, Train-the-Trainer-Qualifizierungen, Workshops und weitere Kreativitätstools werden entstehen.
2025 war geprägt von vielen praxisnahen Schulungen, darunter Live-Workshops für Lehrkräfte, eine digitale Workshopreihe gemeinsam mit der Stiftung Jugend forscht e.V. und Workshops im Rahmen diverser Veranstaltungen, etwa der Schulleitungstagung der MINT-EC-Schulen, des MNU-Bundeskongresses (Verband zur Förderung des MINT-Unterrichts) oder der Konferenz Bildung Digitalisierung (KonfBD) vom Forum Bildung Digitalisierung.
Ein gutes Beispiel für die Ausrichtung auf mehr Kreativität beim Lehren und Lernen ist die Friedrich-Albert-Lange-Schule (FALS) in Solingen: Sie entwickelt mit Unterstützung der Telekom-Stiftung ein schuleigenes Kreativitätscurriculum. Gestartet wurde Ende 2025 mit einem Pädagogischen Tag für rund 130 Teilnehmer*innen.
Beispiele dafür, wie Schulen kreative Methoden im Unterricht einsetzen, zeigt auch eine Folge des Videoformats Neue Lernwege, die im vergangenen Jahr entstanden ist. Wissenschaftler*innen, Lehrkräfte und auch Schüler*innen machen deutlich, wie kreative Bausteine auf das eigene Lehren und Lernen wirken können und es auch verändern können.
Qapito! – Quellen kritisch beurteilen
Mit Qapito! lernen Jugendliche, Falschinformationen zu erkennen. Das Projekt bietet Lernbegleiter*innen Vorlagen und Verlaufspläne zur Gestaltung von Doppelstunden oder einem ganzen Workshoptag und ein digitales Lernspiel.
Dauer
2020 bis 2028
Budget
1,785 Millionen Euro
Projektleitung
Dr. Mina Ghomi
Qapito! ist 2025 weiter gewachsen. Im vergangenen Jahr gab es eine Aktualisierung für das digitale Lernspiel Facts & Fakes mit neuen Levels und mehreren Spielmodi, in denen Jugendliche ihre Medienkompetenz stärken können. Im Spielverlauf überprüfen die Jugendlichen fragwürdige Social-Media-Aussagen. In lebensnahen Online-Situationen werden sie so selbst zu Faktenchecker*innen und lernen, wissenschaftlich fundierte Methoden der Quellenbewertung anzuwenden. Facts & Fakes eignet sich für den Einsatz im Unterricht genauso wie in Workshops, in der Freizeit oder an außerschulischen Lernorten. Das Spiel gibt es kostenfrei als App, kann aber auch browserbasiert gespielt werden.
Für Lehrkräfte und Lernbegleiter*innen gab es im vergangenen Jahr weitere Online-Seminare zum Einsatz der Qapito!-Materialien. Bei sechs Terminen wurden die Materialien vorgestellt und gezeigt, wie sie sich nutzen lassen. Fragen stellen, Feedback geben oder sich einfach nur Anregungen holen – von dieser Möglichkeit können Interessierte auch im weiteren Projektverlauf bis Oktober 2028 Gebrauch machen.
Trendmonitor KI in der Bildung
Orientierung beim Thema Künstliche Intelligenz – für alle, die die schulische Bildung mitgestalten: Das bietet seit 2025 der Trendmonitor KI in der Bildung. Mit einer jährlichen umfassenden Markt- und Trendanalyse und weiteren thematischen Tiefenbohrungen.
Dauer
2024 bis 2027
Budget
500.000 Euro
Projektleitung
Thomas Schmitt
Im September 2025 erschien der erste Trendmonitor KI in der Bildung. Die Markt-, Potenzial- und Trendanalyse gibt erstmals einen umfassenden Überblick über den Einsatz von KI in Schulen: Wie entwickelt sich das Angebot an KI-gestützten Anwendungen fürs schulische Lehren, Lernen und Organisieren, wie kommt es in unseren Schulen an und was ist zu tun, damit sie das Potenzial von KI bestmöglich nutzen können? Der Trendmonitor bietet Orientierung in einem höchstdynamischen Feld – für Lehrkräfte und Schulleitungen, Schulträger, Schulverwaltung und politische Entscheider*innen, aber auch für Schüler*innen und Eltern.
Ergänzt wird der jährliche umfassende Trendmonitor um thematisch fokussierte Sonderanalysen: Die ersten beiden Ausgaben des Trendmonitors Spezial beleuchteten die Themen „MINT-Lernen mit KI“ (erschienen im Herbst 2025) und „Regelwerke zu KI an Schulen“ (erschienen im März 2026). Der nächste Trendmonitor KI in der Bildung erscheint im Spätsommer 2026, der nächste Trendmonitor Spezial im Frühjahr 2027.
Erarbeitet werden die Untersuchungen von Wissenschaftler*innen des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und des mmb Instituts.
Wir machen Schule im Bildungsökosystem besser.
Wir sehen Schulen als Organisationszentren von Bildung und unterstützen vor allem diejenigen Schulen, die sich öffnen und Angebote mit anderen Bildungsakteuren – zum Beispiel Bibliotheken, Jugendhäusern, Museen oder Schülerlaboren – auf Augenhöhe entwickeln und umsetzen. Dies ist uns besonders bei der Organisation des Ganztags wichtig.
In diesem Handlungsfeld arbeiten wir daher vorrangig mit Schulen und deren Partnern, aber auch mit Fachleuten aus Wissenschaft und Forschung sowie mit den für Bildung und Unterricht zuständigen staatlichen Stellen zusammen. Ziel ist es, in den unterschiedlichen Netzwerken innovative Projekte, Produkte und Maßnahmen für eine andere Art des Lehrens, Lernens und Prüfens sowie eine andere Organisation von Schule zu entwickeln, zu erproben und zu verbreiten.
Bibliothek des Jahres
Von 2017 bis 2025 haben der Deutsche Bibliotheksverband und die Deutsche Telekom Stiftung innovative Bibliotheksarbeit gewürdigt und die Auszeichnung Bibliothek des Jahres verliehen.
Dauer
2017 bis 2025
Budget
230.000 Euro
Projektleitung
Matthias Adam
Der mit jährlich insgesamt 27.000 Euro dotierte Preis wurde in zwei Kategorien vergeben und richtete sich an Bibliotheken aller Sparten und auch aller Größen. 2025 wurden Institutionen in Dresden und in Siegburg geehrt.
In Dresden erhielten die Städtischen Bibliotheken mit ihren insgesamt 20 Standorten im Stadtgebiet die Auszeichnung als Bibliothek des Jahres 2025 und ein Preisgeld von 20.000 Euro. Die Jury würdigte besonders den dezentralen Ansatz und die dadurch entstehenden maßgeschneiderten Angebote für die Dresdner Stadtteile.
Den Preis in der Kategorie Bibliothek des Jahres in kleinen Kommunen und Regionen erhielt die Stadtbibliothek Siegburg. Die Jury vergab die mit 7.000 Euro dotierte Auszeichnung unter anderem wegen der vielfältigen Angebote rund um die Themen MINT und Medienkompetenz. Von der Zusammenarbeit der Bibliothek mit den Kitas und Schulen der Kommune profitierten Kinder und Jugendliche in vorbildlicher Weise, so das Urteil.
Die Kooperation endete 2025. Grund dafür ist die strategische Neuausrichtung der Telekom-Stiftung 2024, mit der die Schule als zentraler Lernort in den Fokus der Stiftungsaktivitäten gerückt ist.
Bildungsbabbel
Die Videoreihe Bildungsbabbel bringt Stiftungsgeschäftsführer Jacob Chammon mit unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch – zu Themen, die die Arbeit der Telekom-Stiftung prägen. Dazu gehören die MINT-Fächer ebenso wie Medienkompetenz, Künstliche Intelligenz oder auch Fragen der Bildungssteuerung.
Dauer
seit 2024
Bislang investiert
42.000 Euro
Projektleitung
Nicolas Hanisch
Rund um die Bundestagswahl 2025 wurde eine Videoreihe Bildungsbabbel Spezial umgesetzt. In dieser dreiteiligen Online-Dialog-Reihe diskutierte Jacob Chammon mit Gästen über drei zentrale bildungspolitische Fragen: die Bedeutung von Medienkompetenz für die Demokratie, den Fachkräftemangel und die unterschiedlichen Zuständigkeiten im Bildungssystem. Begleitet wurde die Reihe von repräsentativen Umfragen des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Forsa. Aus diesen Erkenntnissen und den Gesprächen in den drei Bildungsbabbel-Folgen formulierte die Stiftung ein Positionspapier mit fünf Wünschen an die Bildungspolitik, das an Bildungspolitiker*innen und die Medien verteilt wurde.
Thema einer Bildungsbabbel, die im August 2025 online ging, war die Motivation junger Menschen für MINT-Themen. Jacob Chammon sprach mit der Meteorologin und Klimaforscherin Dr. Insa Thiele-Eich vor allem darüber, wie man junge Menschen für MINT begeistern und dieses Interesse im Bildungsverlauf aufrechterhalten kann.
2025 gab es die Bildungsbabbel zum ersten Mal auch als Podcast. Zu Gast war im Oktober der australische Lehrer und Dozent Chris Bush. Mit ihm sprach Jacob Chammon darüber, wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Schule und Unterricht das Lehren und Lernen in Australien prägt. Wegen der großen Beliebtheit von Podcast-Formaten wird die Bildungsbabbel 2026 als Podcast fortgesetzt.
Chancen bilden
Im Projekt Chancen bilden unterstützt die Stiftung an sechs Standorten in Deutschland Lernorte wie Schulen, Jugendzentren, Bibliotheken, Museen oder Maker Spaces, die sich zum Wohle von Kindern und Jugendlichen vernetzen. Das Vorhaben endet planmäßig Ende 2026.
Dauer
2022 bis 2026
Budget
1,418 Millionen Euro
Projektleitung
Johannes Schlarb
Für erfolgreiche Netzwerke aus Schulen und außerschulischen Partnerinstitutionen braucht es „Kümmerer“, also Personen, bei denen alle Fäden zusammenlaufen. Das ist eine der zentralen Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts Chancen bilden, die das Leibniz-Institut für Bildungsmedien im Auftrag der Telekom-Stiftung durchgeführt hat. Alle Ergebnisse der Untersuchung werden auf der Abschlusstagung des Projekts im Herbst 2026 vorgestellt.
2025 haben einzelne Chancen bilden-Standorte bereits den Projektabschluss gefeiert. So wurde das Berliner Projekt mit einer Abschlussveranstaltung im Naturkundemuseum beendet. Anwesend war neben den Schüler*innen, Eltern, Lehrkräften und der Museumsleitung auch die Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Katharina Günther-Wünsch.
In Rostock lud die Stadtbibliothek zum Abschluss des Vorhabens zum Barcamp ein. „Denk doch selbst! – Kreativität und Bildung in einer medialen Welt“ lautete der Titel des Formats, das die Bibliothek gemeinsam mit dem Landesfachverband Medienbildung Mecklenburg-Vorpommern e.V. und der Universität Rostock veranstaltete.
In Bonn ging das von der Stiftung geförderte MINT-Cluster MakeCityBonn im Sommer 2025 in eine zweite Phase. Das Projekt ist eine Kooperation der Stiftung mit dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), der Stadt Bonn, dem MakerSpace Bonn e. V. und dem Verein barrierefrei.kommunizieren. Ziel ist die Förderung von Maker-Spaces in der offenen Kinder- und Jugendarbeit und das Vermitteln digitaler Kompetenzen. Elf Jugendzentren nehmen inzwischen am Projekt teil. 2025 boten die MakeCityBonn-Einrichtungen an 71 Tagen Kurse an. Insgesamt nahmen rund 350 Jugendliche und 50 Mitarbeitende teil. Während der gesamten Projektlaufzeit fanden bislang 240 Making-Workshops in den unterschiedlichen Jugendzentren statt, an denen knapp 1.300 junge Menschen teilnahmen.
Weitere Chancen bilden-Netzwerke unterstützt die Stiftung in Dortmund, im baden-württembergischen Schorndorf sowie in der Region Wilhelmshaven-Oldenburg-Friesland.
Junior-Ingenieur-Akademie
Die Junior-Ingenieur-Akademie (JIA) ist als Wahlpflichtfach in der gymnasialen Mittelstufe angelegt. Schulen mit einer JIA bieten praxis- und projektorientierten Technikunterricht an. Durch die Zusammenarbeit von Schulen mit Unternehmen und Hochschulen lernen Jugendliche die Arbeitswelt von Wissenschaftler*innen und Ingenieur*innen kennen.
Dauer
seit 2005
Bislang investiert
5,749 Millionen Euro
Projektleitung
Dr. Ina Hahn
Knapp 20.000 in 20 Jahren – so viele Schüler*innen sind es, die vom Programmstart 2005 bis zum Frühjahr 2025 eine Junior-Ingenieur-Akademie (JIA) an ihrer Schule absolviert haben. Sie alle erleben Technik ganz praktisch – im Unterricht und auch in Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder Unternehmen. Insgesamt 125 Schulen im Inland und fünf im Ausland bieten das Wahlpflichtfach für die Klassen 8 und 9 bzw. 9 und 10 inzwischen an und sind damit Teil des JIA-Netzwerks, das in jedem Jahr weiter wächst.
Die Junior-Ingenieur-Akademie feierte im Mai 2025 ihr rundes Jubiläum im Rahmen der Jahrestagung in Erfurt. Rund 180 Lehrkräfte, Schulleitungen und Vertreter*innen außerschulischer Partnerinstitutionen trafen sich zum Austausch. Teil des Programms sind auch Partnerschaften deutscher JIA-Schulen mit Schulen in Mittelost-, Ost- und Südosteuropa. 2025 gab es 17 solcher Kooperationen mit Schulen in Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Polen, Rumänien und Ungarn.
Im Herbst 2025 entwickelten MINT-Expert*innen der Universität Siegen exklusiv für die Schulen des JIA-Netzwerks ein Escape Game: MINTelligence. Im Spiel geht es darum, Rätsel rund um Themen aus dem MINT-Bereich zu lösen. Dabei sind vor logisches Denken und Teamgeist gefragt. Bis Mitte März 2026 konnten sich Schüler*innen-Teams für eine Teilnahme bewerben. Die Gewinner*innen wurden auf der JIA-Jahrestagung 2026 gekürt.
KI-Schulpreis
Der KI-Schulpreis ist eine Kooperation mit der Dieter Schwarz Stiftung und der Initiative Land der Ideen. Die Auszeichnung geht an Schulen, die zeigen, wie Künstliche Intelligenz (KI) beim Lehren, Lernen und Organisieren von Schule erfolgreich eingesetzt werden kann.
Dauer
seit 2025
Bislang investiert
160.000 Euro
Projektleitung
Matthias Adam
Fast 200 Einsendungen gab es zur Ausschreibung des ersten KI-Schulpreises 2025. Gemeinsam mit der Dieter Schwarz Stiftung und dem Land der Ideen hatte die Telekom-Stiftung im April letzten Jahres bundesweit alle allgemein- und berufsbildenden Schulen dazu aufgerufen, sich zu bewerben. Die siegreichen Schulen konnten in zwei Kategorien – Gesamt- und Teilkonzept – Geldpreise im Gesamtwert von 100.000 Euro gewinnen.
Am Ende gab es sogar 110.000 Euro Preisgeld, denn statt wie geplant für sechs gab es Auszeichnungen für sieben Schulen. In der Kategorie „Gesamtkonzept“ vergab die Fachjury zwei dritte Plätze. Ende November 2025 hatte die Jury unter Leitung von Professorin Ulrike Cress, Direktorin des Leibniz-Instituts für Wissensmedien und stellvertretende Vorsitzende der Telekom-Stiftung, aus allen Bewerbungen 18 Konzepte für eine Shortlist ausgewählt. Die sieben Gewinnerschulen wurden am 16. Januar 2026 bei der Preisverleihung auf dem Bildungscampus in Heilbronn ausgezeichnet.
MINT-Berufsorientierung
Im Projekt MINT-Berufsorientierung unterstützt die Deutsche Telekom Stiftung Schulen dabei, praxisnahe MINT-Lernangebote für Schüler*innen zu gestalten. Das Vorhaben richtet sich vor allem an Schulen, die zur Ausbildungsreife führen.
Dauer
2025 bis 2026
Bislang investiert
160.000 Euro
Projektleitung
Benjamin Wockenfuß
Ausgangspunkt für das Projekt ist das mangelnde Interesse junger Menschen an den MINT-Fächern und auch an Berufskarrieren im MINT-Umfeld. Genau hier setzt das Vorhaben an: Die Stiftung unterstützt Schulen, die sich mit Partner*innen aus Wirtschaft und Wissenschaft vernetzen und gemeinsam Lernangebote für mehr MINT-Begeisterung entwickeln. Dabei wirken auch die Kinder und Jugendlichen selbst mit. Sie können die Angebote mitkonzipieren und so im eigenen Tempo ihr Interesse an MINT-Themen entdecken sowie MINT-Kompetenzen auf- und ausbauen.
Während der Pilotphase sammeln bundesweit 14 Schulen Erfahrungen mit den Lernangeboten, die aus vielen verschiedenen MINT-Bereichen kommen. Projektthemen sind zum Beispiel die Kautschuktechnik, die Kreislaufwirtschaft, aber auch der Aufbau eines Holz-Maker-Spaces und eines „grünen Klassenzimmers“ sind geplant. Die Erkenntnisse aus der Pilotphase sollen dann in die 2027 beginnende Skalierungsphase einfließen.
Regionale Lernwerkstätten
Mit dem BONNEUM hat die Stadt Bonn mit Unterstützung der Telekom-Stiftung ein Lernzentrum für digitale Bildung eingerichtet. Kinder und Jugendliche können hier selbständig digitale Themen erkunden, Lehrkräfte und auch Erzieher*innen werden fortgebildet. Das Projekt wird jetzt auf andere Regionen übertragen.
Dauer
2019 bis 2026
Budget
230.000 Euro
Projektleitung
Johannes Schlarb
Das BONNEUM hat sich seit seiner Gründung zu einem bundesweit beispielgebenden kommunalen Bildungsverbund entwickelt. Inzwischen nehmen rund 30 Einrichtungen aus Bonn und Umgebung an diesem Angebot teil. In zwei Forscherwerkstätten und an acht weiteren Standorten im Stadtgebiet werden Kinder und Jugendliche entlang der Bildungskette – Kita, Grundschule und weiterführende Schule – beim naturwissenschaftlichen und digitalen Lernen gefördert. Lernbegleiter*innen werden qualifiziert, um ihnen beim entdeckenden und forschenden Lernen zur Seite stehen.
Da das BONNEUM als kooperative Entwicklungsmaßnahme überzeugt hat, hat die Telekom-Stiftung im vergangenen Jahr beschlossen, eine Übertragbarkeit des Konzepts auf andere Kommunen zu prüfen. Als erster Standort wird Wilhelmshaven ein Lernzentrum nach dem BONNEUM-Vorbild einrichten. Der Aufbau des neuen Wilheums begann im Schuljahr 2025/2026 und wird vom BONNEUM begleitet, bestehende Fortbildungsmodule werden übertragen. In einem ersten Schritt wird nun ein Verbund aus zehn Schulen und fünf Kitas in Wilhelmshaven eingerichtet. Der Regelbetrieb beginnt dann im Schuljahr 2026/2027.
Technik Scouts
Mit dem Projekt Technik Scouts unterstützt die Deutsche Telekom Stiftung das Engagement von Kindern und Jugendlichen für die technische und digitale Lehr-Lern-Infrastruktur an ihren Schulen. Inzwischen sind knapp 100 Schüler*innen-Teams aus sechs Bundesländern Teil des Netzwerks.
Dauer
2022 bis 2027
Budget
460.000 Euro
Projektleitung
Johannes Schlarb
Schüler*innen-Teams, die ihre Schulgemeinschaft aktiv mitgestalten und dabei technische Fertigkeiten erwerben, können sich bei der Deutsche Telekom Stiftung als Technik Scouts bewerben. Voraussetzung dafür ist, dass die Kinder und Jugendlichen sich zum Beispiel darum kümmern, Software-Updates auf Schulgeräten zu installieren, die Schul-Website zu betreuen, neue Lern-Apps zu testen, Veranstaltungstechnik zu bedienen und zu warten oder auch ihre Mitschüler*innen in die Nutzung von Lernmanagementsystemen einzuweisen. Dieses Engagement unterstützt die Stiftung, indem sie die Schüler*innen-Teams zu Workshops und einer jährlichen Netzwerktagung einlädt.
2025 stand eine weitere Ausschreibungsrunde im Projekt an. Dabei waren zum ersten Mal Teams bundesweit aufgerufen, sich als Technik Scouts zu bewerben. Knapp 70 Bewerbungen sind eingegangen. Wer ins Netzwerk der Technik Scouts aufgenommen wird, gab die Stiftung zur Netzwerktagung im April 2026 in Bonn bekannt, an der mehr als 120 Schüler*innen und rund 40 Lehrkräfte teilnahmen. Die nächste Ausschreibung ist für Herbst 2026 geplant.
Wir setzen uns für ein besseres Bildungssystem ein.
Um unser Bildungssystem zukunftsfähig zu machen, müssen sich an vielen Stellen die Rahmenbedingungen ändern. Dazu gehören aus unserer Sicht Aspekte wie die verteilten administrativen Zuständigkeiten für Schule, die Entscheidungshoheit von Schulen oder auch Themen wie die Lehrkräftearbeitszeit und die multiprofessionelle Zusammenarbeit an Schulen.
Bei allen Aktivitäten in diesem Handlungsfeld haben wir die Rahmenbedingungen des Bildungssystems im Blick, die wir gemeinsam mit Partnerorganisationen aus der Zivilgesellschaft, aber auch aus Bildungsadministration, Bildungspolitik und Bildungspraxis verbessern wollen. Voraussetzung dafür ist insbesondere eine größere Transparenz und mehr Kooperation im Bildungssystem, für die wir uns einsetzen.
Bildungsdialog für Deutschland
Analysen gibt es genug – in der Bildung braucht es Lösungen. Der Bildungsdialog für Deutschland sollte Politik und Zivilgesellschaft an einen Tisch bringen, um praxistaugliche Antworten auf drängende Bildungsfragen zu finden.
Dauer
2023 bis 2025
Budget
55.000 Euro
Projektleitung
Daniel Schwitzer
Das Jahr 2025 stand im Zeichen umfangreicher Bemühungen des zivilgesellschaftlichen Bündnisses #NeustartBildungJetzt, das erarbeitete Dialogkonzept gemeinsam mit der Politik in die Tat umzusetzen. Hierzu fand ein intensiver Austausch zwischen der Steuergruppe des Bündnisses und dem neuformierten Präsidium der Bildungsministerkonferenz (BMK) statt. Der Fokus der Treffen lag insbesondere auf der Frage, wie eine Pilotphase des Bildungsdialogs ausgestaltet sein und welchem Thema sie sich widmen könnte.
Im Bündnis #NeustartBildungJetzt hatten sich 2023 mehr als 100 Verbände und Organisationen zusammengeschlossen mit dem Ziel, Politik und Zivilgesellschaft zu drängenden Bildungsfragen an einen Tisch zu bringen. Unter den Initiator*innen war auch die Deutsche Telekom Stiftung.
Wenngleich sich die BMK nach Veröffentlichung des Konzepts zunächst grundsätzlich positiv zu der Idee eines Bildungsdialogs mit der Zivilgesellschaft geäußert hatte, konnte in den weiteren Beratungen letztlich keine konkrete Verabredung erzielt werden. Daher hat das Bündnis Ende des vergangenen Jahres entschieden, das Projekt vorerst nicht weiterzuverfolgen.
Forum Bildung Digitalisierung
Im Forum Bildung Digitalisierung unterstützt die Telekom-Stiftung als eine von zehn Mitgliedsstiftungen die digitale Transformation in Deutschlands Schulen. Das Forum bringt Akteur*innen aus Schulpraxis, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in den Dialog und macht innovative Ansätze transparent.
Dauer
seit 2016
Bislang investiert
2,535 Millionen Euro
Projektleitung
Dr. Mina Ghomi
Auch im zurückliegenden Jahr hat das Forum Bildung Digitalisierung wieder zentrale Impulse für eine Weiterentwicklung des Schulsystems im Zuge des digitalen Wandels gesetzt: Bei der neunten Konferenz Bildung Digitalisierung versammelten sich im September mehr als 800 Teilnehmende und 150 Speaker*innen in der Berliner Urania. Unter dem Motto „POWER UP – Souverän für die digitale Transformation“ standen bildungspolitische Strategien und schulpraktische Fragen zur Förderung digitaler Souveränität im Mittelpunkt. Die Dokumentation der Konferenz ist online verfügbar. Die nächste Konferenz Bildung Digitalisierung findet am 28. und 29. April 2027 statt.
Gemeinsam mit dem Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern und dem Sekretariat der Kultusministerkonferenz richtete das Forum zudem im November 2025 die Fachtagung Dimension Digitalisierung in Berlin aus. Die zweitägige Veranstaltung knüpfte an das Schwerpunktthema der Präsidentschaft Mecklenburg-Vorpommerns in der Bildungsministerkonferenz – „Mehr Bildung ist drin. Für alle“ – an und ermöglichte einen intensiven Austausch zwischen Praxis, Verwaltung und Wissenschaft.
Ergänzt wurde das Veranstaltungsprogramm 2025 durch fünf digitale SpotlightBD-Dialoge zu aktuellen Themen wie den Ergebnissen der internationalen ICIL-Studie und dem Umgang mit Smartphones an Schulen.
Freiräume(n) – Arbeit an Schule anders organisieren
Das sogenannte Deputatsmodell als Grundlage für die Organisation der Lehrkräftearbeitszeit ist überholt, weil es nur den Unterrichtsanteil umfasst, nicht aber andere Aufgaben. Im Projekt Freiräume(n) – Arbeit an Schule anders organisieren entwickeln Schulen aus ganz Deutschland deshalb Ideen für eine Reform.
Dauer
2024 bis 2027
Budget
539.000 Euro
Projektleitung
Dr. Gudrun Tegeder
Die Ergebnisse der ersten Projektphase liegen seit Jahresbeginn 2026 als Prototypen vor und stehen hier kostenlos zur Verfügung. Interessierte Schulen können mit den Praxismaterialien selbstständig erste Schritte in Richtung einer neuen Arbeitszeitorganisation gehen.
Schulleitungen und Lehrkräfte erfahren darin beispielsweise, wie auch außerunterrichtliche Tätigkeiten wie Schulentwicklung oder Elterngespräche sichtbar gemacht und fairer verteilt werden können. Ein anderer Baustein beschäftigt sich mit der Frage, wie Lehrkräfte durch innovative pädagogische Ansätze entlastet werden können. Ein dritter unterstützt Schulleitungen dabei, Gespräche über Arbeitszeit im Kollegium vorzubereiten und durchzuführen.
Seit Herbst 2025 entwickeln die Projektbeteiligten in der zweiten Phase von Freiräume(n) die Baustein-Prototypen weiter und erproben sie in der Praxis. Hierzu wurden elf weitere Schulen in das Netzwerk aufgenommen. Insgesamt engagieren sich im Projekt nun 24 Schulen aus zehn Bundesländern. Ziel der zweiten Phase ist es, neue Themen in den Fokus zu rücken, die wichtig für eine Reorganisation der Lehrkräftearbeitszeit sind.
Gleichzeitig sollen die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse verstärkt in die bildungspolitische Diskussion einfließen, um dort weitere Entwicklungen anzustoßen.
Lehrkräftearbeitszeit in Bremen
Arbeitszeit muss erfasst werden, sagen Gerichte – auch am Arbeitsplatz Schule. Wie das für den Lehrerberuf funktionieren kann, will das Bundesland Bremen in einem Pilotprojekt herausfinden. Die Telekom-Stiftung hilft bei dem Vorhaben.
Dauer
2025 bis 2027
Budget
350.000 Euro
Projektleitung
Dr. Gudrun Tegeder
Seit August 2025 läuft die Vorbereitungsphase, in der die Rahmenbedingungen für das Pilotprojekt festgelegt werden. An dem Vorhaben nehmen die Bremer Bildungsbehörde, die Interessenvertretungen und neun Schulen aus Bremen und Bremerhaven teil. Parallel dazu entsteht eine App, mit der die Lehrkräfte der Pilotschulen künftig ihre Arbeitszeit und Aufgaben digital erfassen sollen.
Die Erfassungsphase startet nach den Sommerferien 2026 und wird exakt ein Schuljahr lang dauern. Anschließend folgt eine Evaluation.
In das Bremer Vorhaben fließen auch die Ergebnisse aus der Entwicklungswerkstatt Freiräume(n) der Telekom-Stiftung ein. Die Stiftung ermöglicht zudem die wissenschaftliche Begleitung durch den Göttinger Arbeitsforscher Dr. Frank Mußmann, der einige der wichtigsten Arbeitszeitstudien unter Lehrkräften durchgeführt hat, sowie diverse Transferaktivitäten und Dialogveranstaltungen.
Nationales Bildungsforum
Das Nationale Bildungsforum bringt jedes Jahr bedeutende Stimmen aus Bildung, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft in Wittenberg zusammen. 2025 stand das Thema Erkenntnistransfer im Mittelpunkt. Die Telekom-Stiftung gestaltete die Konferenz erneut mit.
Dauer
2022 bis 2028
Budget
260.000 Euro
Projektleitung
Dr. Gudrun Tegeder
Wenn Forschung Erkenntnisse liefert, Politik daraus Maßnahmen ableitet und die Leistungen der Schüler*innen in Vergleichsstudien trotzdem nicht besser werden – wo hakt es dann? Diese Frage bestimmte im vergangenen September das 8. Nationale Bildungsforum in der Lutherstadt Wittenberg.
Die Deutsche Telekom Stiftung unterstützt die Veranstaltung, die als eine der bedeutendsten in der Bildungslandschaft gilt, seit 2022 inhaltlich und finanziell. Unter dem Motto „Vom Erkennen zum Handeln und zurück“ diskutierten Expert*innen aus Bildungswissenschaft, -politik, -verwaltung und -praxis, Zivilgesellschaft und Medien anderthalb Tage lang darüber, wie Wissen besser in konkretes Handeln übersetzt werden kann. Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei der Vortrag des Stiftungsvorsitzenden Thomas de Maizière, der anschließend mit Torsten Klieme, Bildungsstaatsrat in Bremen, und Daniela Schneckenburger vom Deutschen Städtetag darüber sprach, welche Standpunkte die Politik bei diesem Thema vertritt.
Die Beiträge und Impulse der Tagung wurden auch 2025 wieder im Nachgang zu einem Thesenpapier verdichtet, das online erhältlich ist. Das nächste Nationale Bildungsforum findet am 9. und 10. September 2026 statt.
Zum Projekt
Website des Nationalen Bildungsforums
Thesenpapier 2025 (PDF)
Nationales MINT-Forum
Eine starke Gemeinschaft: Im Nationalen MINT-Forum sind mehr als 30 große in der MINT-Bildung überregional aktive Institutionen versammelt, darunter die Deutsche Telekom Stiftung. Das Forum ist seit 2012 aktiv und vertritt die Interessen seiner Mitglieder in Politik und Öffentlichkeit.
Dauer
seit 2012
Bislang investiert
300.000 Euro
Projektleitung
Johannes Schlarb
Aufgabe der Initiative ist es, Überzeugungsarbeit zu leisten: Durch Projekte, Studien und Handlungsempfehlungen, auf Tagungen und Veranstaltungen macht sie deutlich, wie wichtig MINT-Kompetenzen sind und wo es Verbesserungsbedarf in der Bildungsarbeit gibt.
Jährlicher Höhepunkt der Aktivitäten ist der Nationale MINT Gipfel. Er fand 2025 das 13. Mal statt, diesmal unter dem Motto: „Innovativ – weltoffen – chancenstark: Das ist MINT“. Zu diesem Meinungsaustausch trafen sich im Juni über 200 Teilnehmer*innen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft im Deutschen Technikmuseum in Berlin. Mit dabei waren Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, die sich in ihrer Rede mehr Technologieoffenheit und einen neuen Innovations- und Gründergeist in Deutschland wünschte, und Bundesbildungsministerin Karin Prien, die eine Weiterentwicklung des MINT-Aktionsplans der Bundesregierung ankündigte
Mit zwei Publikationen lenkte das Forum 2025 die Aufmerksamkeit auf die MINT-Berufe und ihren hohen Stellenwert für die Wirtschaft. Im September veröffentlichte die Initiative ein neues Positionspapier zur Bedeutung und Stärkung der dualen MINT-Ausbildung. Im November stellte sie den neuen MINT-Report vor, der unter anderem Zuwanderung als einen wichtigen Hebel für die Fachkräftesicherung identifiziert.
Dass im Nationalen MINT-Forum geballte MINT-Kompetenz steckt, zeigte eine Auszeichnung Ende des Jahres: Co-Vorständin Indra Hadeler, Co-Vorstand Prof. Dr.-Ing. Carsten Busch sowie Dr. Ekkehard Winter, ehemals Geschäftsführer der Telekom-Stiftung und Co-Vorstand des Forums und heute dessen Berater, wurden von Table.Briefings in der Reihe Top of the Table geehrt.
Finanzen
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